Als anthroposophische Medizin oder genauer als anthroposophisch erweiterte Medizin wird eine um bestimmte Aspekte erweiterte Schulmedizin bezeichnet, die in diesem Sinn dem Bereich der Komplementärmedizin bzw. der integrativen Medizin zuzuordnen ist. In der Anthroposophie wird die herkömmliche Schulmedizin als eingeschränkt und materiell-technisch, zugleich aber auch als fundierte naturwissenschaftliche Grundlage begriffen, die jedoch um bestimmte geisteswissenschaftliche Erkenntnisse zu ergänzen ist. "Sie fügt zu der Erkenntnis des physischen Menschen, die allein durch die naturwissenschaftlichen Methoden der Gegenwart gewonnen werden kann, diejenige vom geistigen Menschen." (Lit.GA 27, S. 8)
Die theoretisch-methodischen Grundlagen entwickelte 
Rudolf Steiner 1920–1924 in zahlreichen Vorträgen für Ärzte und Medizinstudenten (Bände 312 –319 der Gesamtausgabe) sowie in dem 1925 mit der Ärztin Ita Wegman (1876–1943) herausgegebenen Buch Grundlegendes zu einer Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen. Die anthroposophisch erweiterte Medizin stützt sich zur Erforschung der physischen, lebendigen, seelischen und der geistigen Phänomene sowohl auf die Prinzipien der Naturwissenschaft als auch auf die anthroposophische Geisteswissenschaft, wie sie von Rudolf Steiner begründet worden ist. Auf diese Weise ergibt sich eine Erweiterung der ärztlichen Kunst, die das Verhältnis von LeibSeele und Geist des Menschen in seiner Beziehung zu den Substanzen und Kräften in der Natur und im Kosmos – jeweils in seiner individuellen Schicksalssituation– diagnostisch verstehen und therapeutisch handhaben möchte.
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Quelle: www.anthrowiki.at